Handwerk feiert Zukunft und Tradition: Fahnenweihe, Ehrenamt und Freisprechung im Mittelpunkt
Anlässlich des 800-jährigen Stadtjubiläums wurde die Veranstaltung bewusst in diesem festlichen Rahmen ausgerichtet. Mehrere zentrale Ereignisse des regionalen Handwerks wurden dabei in einer gemeinsamen Feier gebündelt: die Fahnenweihe der Innungen, die Würdigung des Ehrenamts in den Gesellenprüfungsausschüssen sowie die Freisprechung des handwerklichen Nachwuchses.
Die historische Kirche, deren Ursprünge bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen, bildete dafür nicht nur eine eindrucksvolle Kulisse, sondern machte auch sichtbar, was das Handwerk seit Jahrhunderten prägt: Ohne handwerkliches Können gäbe es weder solche Bauwerke noch eine funktionierende Infrastruktur – damals wie heute.
Hochrangige Gäste würdigen Bedeutung des Handwerks: Zu den Ehrengästen zählten unter anderem der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Jörg Dittrich, der Präsident der Handwerkskammer Schwerin, Uwe Lange, Staatssekretär Jochen Schulte sowie der Bürgermeister der Stadt Parchim, Dirk Flörke. Darüber hinaus nahmen zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, den benachbarten Innungen sowie den Landesverbänden in Mecklenburg-Vorpommern teil.
Kreishandwerksmeister Reiko Ehbrecht kündigte den ZDH-Präsidenten mit klaren Worten an: Jörg Dittrich steht seit 2023 an der Spitze des deutschen Handwerks und vertritt die Interessen von mehr als einer Million Betriebe. Als Dachdeckermeister mit eigenem Unternehmen kennt er die Herausforderungen des Handwerks aus eigener Erfahrung. Ehbrecht betonte: „Dass Sie heute die Festrede bei unserer Veranstaltung halten, ist eine besondere Auszeichnung für unsere Region. Wir freuen uns sehr, dass Sie heute bei uns sind.“
Sowohl Dittrich als auch Pröpstin Sabine Schümann griffen in ihren Reden einen Gedanken aus dem Festprogramm auf: „Am Anfang waren Himmel und Erde. Den Rest haben wir gemacht.“ Der bekannte Slogan von „Das Handwerk“ bringt augenzwinkernd auf den Punkt, was die Veranstaltung eindrucksvoll zeigte – ohne Handwerk geht es nicht.
In seiner Festrede unterstrich Dittrich die Bedeutung des Handwerks als Rückgrat von Wirtschaft, Gesellschaft und Ausbildung.
Fahnenweihe als sichtbares Zeichen des Zusammenhalts: Den ersten feierlichen Höhepunkt bildete die Weihe von sieben Innungsfahnen durch Pröpstin Sabine Schümann. Die Fahnen stehen für Gemeinschaft und Identität und begleiten die Innungen künftig bei besonderen Anlässen.
Ehrenamt trägt Ausbildung: Im Anschluss wurden langjährige Mitglieder der Gesellenprüfungsausschüsse verabschiedet und für ihr Engagement gewürdigt. Gleichzeitig erhielten neue sowie wiedergewählte Mitglieder ihre Berufungsurkunden. Ohne dieses ehrenamtliche Engagement wäre die Qualität der handwerklichen Ausbildung nicht zu sichern.
Freisprechung – ein Schritt in die Zukunft: Den abschließenden Höhepunkt der Veranstaltung bildete die Freisprechung der Auszubildenden. In einem feierlichen Akt erhob Kreishandwerksmeister Reiko Ehbrecht die jungen Handwerkerinnen und Handwerker offiziell in den Gesellenstand. Ehbrecht stellte die Freisprechung in den Kontext einer jahrhundertealten, bis heute lebendigen Tradition und leitete den Akt nach altem Innungsrecht ein. Dabei erklärte er die Absolventinnen und Absolventen kraft seines Amtes für frei von ihren Verpflichtungen als Lehrlinge.
Damit beginnt für sie ein neuer Abschnitt – verbunden mit Eigenverantwortung und dem Anspruch, das Handwerk fachlich und persönlich würdig zu vertreten.
Klare Botschaft aus Parchim: „Unsere jungen Gesellinnen und Gesellen haben heute einen wichtigen Meilenstein erreicht. Gleichzeitig zeigen die vielen Ehrenamtlichen, wie stark unser Handwerk aufgestellt ist“, betonte Kreishandwerksmeister Reiko Ehbrecht.
Die Veranstaltung machte deutlich: Das Handwerk verbindet Generationen, sichert Ausbildung und bleibt eine tragende Kraft für die Region.
Im Anschluss an die Feier waren die Gäste zu einem gemeinsamen Austausch in die Stadthalle Parchim eingeladen.