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Das Friseur- und Kosmetikhandwerk nach dem Corona-Shutdown!

 

 

Im Interview mit Gerd Förster, Obermeister der Friseur- und Kosmetiker-Innung Westmecklenburg-Süd.

 

 

Die Friseure und Kosmetiker haben seit Wochen geschlossen. Am 04.05.2020 dürfen sie unter strengen Auflagen wieder öffnen. Was dies für das Friseur- und Kosmetikerhandwerk in Zukunft bedeutet, berichtet Herr Förster im Interview: 

 

Gerd Förster: Es gibt klare Vorgaben von der Berufsgenossenschaft, an die wir uns zu halten haben. Da ist einiges zu organisieren, um die neuen Hygienestandards vorzubereiten. Hier müssen die Friseure mit ihren Mitarbeitern nun alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Wichtig ist, dass diese im Geschäftsalltag einfach und praktisch umzusetzen sind. Ich bin zuversichtlich und denke, nach wenigen Tagen wird alles zur Routine werden. In unserem Geschäft bereiten wir bereits jetzt alle Kunden darauf vor. Zukünftig wird einiges anders werden, als wir alle gewohnt waren!


Was bedeutet das für die Kunden?

Gerd Förster: Wir haben einen 5-Punkte-Plan veröffentlicht, um einen Vorschriftendschungel zu verhindern:

1. Vereinbaren Sie unbedingt einen Termin! Wartende Kunden sind nicht erlaubt.

2. Kommen Sie bitte mit Mundschutz!

3. Nutzen Sie unbedingt unsere bereitgestellten Desinfektionsmöglichkeiten für Ihre Hände.

4. Wenn Sie Symptome einer Erkältungskrankheit haben (Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, coronatypischer Geruchs-oder Geschmacksverlust) verzichten Sie bitte auf einen Besuch bei uns!

5. Friseurleistungen dürfen zurzeit NUR an im Salon gewaschenen Haaren ausgeführt werden!

 

Werden einige Dienstleistungen ausgeschlossen sein?

Gerd Förster: Ja, z.B. dürfen derzeit keine Arbeiten im Gesicht vorgenommen werden. Dazu gehören auch das Färben und Zupfen von Wimpern- und/ oder Augenbrauen. Bartpflege ist ebenfalls untersagt. Außerdem gibt es keine sogenannten Trockenhaarschnitte. Jedem Kunden müssen im Geschäft die Haare gewaschen werden. Das ist obligatorisch!

Bedauerlicherweise dürfen wir auch keinerlei Bewirtung vornehmen oder Zeitschriften für die Kunden bereitstellen.

 

Halten Sie die vorgegebenen Auflagen für angemessen?

Gerd Förster: Es steht im Moment nicht zur Debatte, ob alle die uns vorgeschriebenen Maßnahmen sinnvoll/angemessen sind. Wir – die Mitglieder der Friseur- und Kosmetiker-Innung - übernehmen Verantwortung und werden den Mehraufwand nicht scheuen, um unsere Kunden, unsere Mitarbeiter und natürlich uns selbst zu schützen. Schließlich wollen wir den Sommer vollzählig genießen!

 

Mehraufwand! Wird dies zu einer Preiserhöhung führen?

Gerd Förster: Das halte ich für unabdingbar, sozusagen das kleine 1x1, denn Friseurpreise sind häufig sehr knapp kalkuliert. Es gibt immer noch Friseure, die sich bislang weit unter ihrem (Handwerks-) wert verkaufen. In der nächsten Zeit müssen Kundentermine gestreckt werden und notwendige hygienische Mittel sowie vorgeschriebene Einmalmaterialien fordern ebenfalls ein Überdenken der bisherigen Kalkulation.

 

Sie haben als Obermeister der Friseur- und Kosmetiker-Innung Westmecklenburg Süd in einem Brief an Ihre Innungsmitglieder geschrieben, dass Sie diese Krise als Chance sehen. Wie meinen Sie das?

Gerd Förster: Es ist für uns alle nichts mehr, wie es einmal war. Das trägt jedoch auch Gutes in sich. Wir wissen heute vermeintlich selbstverständliche Dinge des Lebens neu wertzuschätzen. Auch Friseur- und/oder Kosmetikdienstleistungen haben einen neuen Stellenwert bekommen. Als Handwerksmeister und als Unternehmer gilt es nun, sich neu zu strukturieren und überholte Muster zu verlassen. Die Aussage eines unbekannten Autors hat bis heute Bedeutung: "Wer nicht mit der Zeit geht, wird mit der Zeit gehen und wer die Zukunft nicht aktiv steuert, steuert in eine ungewisse Zukunft."

 

Es braucht Mut und Zuversicht. Eine gute Portion Humor wird den Restart deutlich leichter machen!

 

Vielen Dank für das Interview.

 

Kontakt:

Friseur- und Kosmetiker-Innung Westmecklenburg-Süd

Obermeister Gerd Förster

Tel.: 038757 22566 | E-Mail: info@g-foerster.de

 

 

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